Pressemitteilung

Eckernförde, den 30.01.2022


Eckernförder Beleghebammen positionieren sich zu den vorgelegten Plänen für die Zukunft der Geburtshilflichen Abteilungen der imland Kliniken


Das Beleghebammenteam wird nicht an den Standort Rendsburg wechseln

Das Eckernförder Beleghebammenteam steht seit vielen Jahrzehnten erfolgreich für bedürfnisorientierte, qualitativ hochwertige und selbstbestimmte Geburtshilfe. Besonders die in maßgeblichen Leitlinien bundesweit geforderte und in Eckernförde seit jeher gelebte 1:1 Betreuung der Gebärenden sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit und Zufriedenheit – sowohl bei den Hebammen als auch bei den betreuten Familien.

Dieses erfolgreiche Beleghebammensystem im Rahmen einer 1:1 Betreuung als optimales Betreuungskonzept ist nicht auf einen beliebigen Standort übertragbar.

Das Erfolgsmodell darf nicht als reines „Hebammenmodell“ betrachtet werden. Vielmehr ist die Eckernförder Geburtsabteilung ein Zusammenspiel aus einem großen, zusammenhängenden, interdisziplinären Team aus Hebammen, Gynäkolog*innen, Ärzt*innen der Anästhesie, Pflegekräften der bei den Müttern sehr beliebten Wochenstation, OP- und Anästhesie-Pflegekräften, die sich gegenseitig in ihrer Arbeit unterstützen und dieselben Ideale vertreten.

Auch die in Eckernförde vorhandene Krankenhausstruktur, die im Kleinen auf Augenhöhe und auf kurzen Wegen agiert trägt maßgeblich zum Erfolg der Geburtshilflichen Abteilung bei.

Das Beleghebammenteam ist sehr bestürzt und betroffen, dass sich die Mehrheit der im Kreistag sitzenden Fraktionen gegen den Erhalt der Geburtshilfe und der meisten anderen Stationen am Standort Eckernförde ausgesprochen haben. "Trotz der Beteuerungen, dass der Standort Eckernförde mit der Neuausrichtung, dem Szenario 5, erhalten bleibt, ist es doch in keiner Weise mehr ein Krankenhaus im eigentlichen Sinne, und schon erst recht nicht das, was die Bürgerinnen und Bürger als Krankenhaus empfinden und für ihre Stadt brauchen", so Sina Marie Rooswinkel-Weiß von den Eckernförder Beleghebammen.

Besonders die Tatsache, dass die Geburtshilfe am Standort Eckernförde endgültig geschlossen werden soll, löst große Besorgnis und Enttäuschung aus. Damit wäre aus Sicht des Beleghebammenteams insbesondere ein Rückschritt in Bezug auf das Versorgungsangebot sowie auf die Versorgungsqualität von Schwangeren und Gebärenden in der Region verbunden.

Das Beleghebammenteam kann und wird nicht an den Standort Rendsburg wechseln. Das ist allen Fraktionen bekannt. „Nun wünschen wir uns von den politischen Entscheidungsträger*innen zumindest so viel Ehrlichkeit der Bevölkerung gegenüber, nicht weiter zu behaupten das erfolgreiche Eckernförder Beleghebammensystem würde am Standort Rendsburg fortgeführt werden.“, so Sina Marie Rooswinkel-Weiß von den Eckernförder Beleghebammen.

Die Beleghebammen sind mit ihren Familien rund um Eckernförde angesiedelt – von Angeln bis in den Kieler Bereich. Eine geografisch gute Erreichbarkeit des Kreißsaals ist zwingend notwendig. Diese Voraussetzung ist für den Großteil der Beleghebammen bei einer Tätigkeit in Rendsburg nicht erfüllt. Beleghebammen sind rund um die Uhr -24/7- rufbereit für ihre Schwangeren. Dies bedeutet nicht nur das sofortige Losfahren, wenn sich bei einer Schwangeren die Geburt eindeutig ankündigt, sondern auch mehrfache Fahrten in den Kreißsaal mit der Feststellung, dass die Geburt möglicherweise doch noch auf sich warten lässt und sowohl die werdende Familie als auch die Hebamme zunächst wieder nach Hause fahren.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Großteil der vom Eckernförder Beleghebammenteam betreuten Gebärenden den Weg nach Rendsburg nicht mit gehen. Diese sind ebenfalls wohnhaft im Umfeld der jeweiligen Hebammen. Die Wohnortnähe von Schwangerer und begleitender Hebamme begründet sich auf der ganzheitlichen Arbeitsweise der Eckernförder Beleghebammen. Eine Betreuung beginnt früh in der Schwangerschaft und endet lange Zeit nach der Geburt des Kindes, da eine Betreuung im Wochenbett und in der Stillzeit folgt. „Die werdenden Familien stehen bei unserer Arbeit immer im Vordergrund. Wir orientieren uns an ihren Wünschen und Bedürfnissen“, sagt Annkathrin S. Brien vom Beleghebammenteam.

Mit Sorge sehen die Eckernförder Beleghebammen der möglichen Zukunft entgegen, in der Schwangere lange Wege mit Wehen im Auto zurücklegen müssen, um zum nächsten Krankenhaus mit geburtshilflicher Abteilung zu gelangen.

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